Eine Welt für alle: Netphener Fünftklässler Sieger im Wettbewerb des Bundespräsidenten

»Wir sind Zeitzeugen einer Epoche, in der die weltweite Vernetzung rasch voranschreitet und große politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen mit sich bringt. Der Wettbewerb „Alle für eine Welt – eine Welt für alle“ gibt Schulen und Berufsschulen in unserem Land kluge Impulse, die helfen, dass die Bildung mit diesen globalen Entwicklungen Schritt hält.«

Mit diesen Worten erläutert Bundespräsident Frank Walter Steinmeier die Zielsetzung des alle zwei Jahre unter seiner Schirmherrschaft stattfindenden Schulwettbewerbes. Das Thema der jetzt zu Ende gegangenen Runde lautete »Sei weltbewegend! Verantwortungsvoll handeln. Miteinander gestalten!«

Für die Fünftklässler des Gymnasiums Netphen und ihre Biologielehrerin Ursula Wussow war es gar keine Frage, dass sie mit ihrem Projekt „Auf Augenhöhe“ an diesem Wettbewerb teilnehmen würden. Gemeinsam mit der Root Foundation Ruanda, deren Kooperationsschule das Gymnasium ist, hatten sich die Netphener Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Plastik sowie den Folgen des enormen Plastikmüllanfalls aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandergesetzt. Das Besondere daran: Nicht nur in Netphen wurde geforscht und gearbeitet, sondern Schülerinnen und Schüler in Ruanda – einem Land, in dem Plastik als Verpackungs- oder Tütenmaterial weitestgehend verboten ist – widmeten sich parallel dazu dem gleichen Thema auf ihre Weise und immer wieder tauschten sich die Beteiligten über ihre Erfahrungen und Ergebnisse aus. So lernten sie nicht nur eine Menge über die fatalen Umweltfolgen des enormen Plastikverbrauches, sondern auch kulturübergreifend von-, mit- und übereinander.

Dieser beeindruckende Ansatz wurde belohnt – die Klassen 5a und 5c des Gymnasiums Netphen gehören zu den Hauptpreisträgern des diesjährigen Eine-Welt-Wettbewerbes und werden am 21. Juni in Berlin von Bundespräsident Walter Steinmeier persönlich ausgezeichnet werden.Und obwohl die Jury des Preises erst Ende April in Bonn getagt und die Preisträger ausgewählt hatte, warf die Preisverleihung schon jetzt ihre Schatten voraus. In der vergangenen Woche war ein Filmteam zu Gast am Gymnasium Netphen, um im Auftrag des Bundespräsidenten die jungen Forscher und ihr außergewöhnliches Projekt für die Preisverleihung in Berlin zu dokumentieren. Vor laufender Kamera konnten die Schülerinnen und Schüler noch einmal ihre Arbeitsergebnisse vorstellen und über ihre Erfahrungen berichten. »Das allein war schon spannend genug«, stellte eine von ihnen nach ihrem Filmauftritt fest.